Acht Glasen zum Abschied

Heute haben wir schlechte Nachrichten. In einem früheren Eintrag hatten wir von „Veränderungen in der Crew“ gesprochen. Eine dieser Veränderungen ist nun endgültig. Lydia, die seit einem Jahr mit verschiedenen körperlichen Beschwerden zu kämpfen hatte, ist nun verstorben. Sie hat die letzten zwei Wochen in einem Krankenhaus in Tübingen verbracht und am 16.02.2026 gegen Mittag ihren letzten Atemzug gemacht.
Wir wollen diese Nachrichten nun mit euch teilen, denn auch diese Momente gehören zu unserer Familie, und Lydia bleibt ein Familienmitglied, auch ohne lebendig Zeit mit uns verbringen zu können.

Sie hat ihren letzten Kurs gesetzt – nun trägt der Wind sie über den Horizont.
Neue Ufer

Anfang des neuen Jahres, die Zeit in, der sich alle, alles Mögliche vornehmen, hat auch uns auf neue Ideen gebracht. Jedes Jahr, so viel Zeit an Land zu verbringen, obwohl wir doch ein seeetüchtiges Boot haben, dass wurde uns jetzt zu blöd. Und wie kann man das ändern? Ganz logisch, man geht einfach nochmal segeln!
Was erst ein kleiner Scherz war, wurde zu einem Plan. Die nächsten Schulferien werden dafür genutzt, um das Boot an den Ausgang des Mittelmeeres zu bringen. Von dort aus geht es dann im Herbst los. Kanaren, Cap Verden, Karibik, dann wieder über den Atlantik zurück auf die Azoren. Die Strecke ist vergleichbar zu der, die die Teilnehmer der Atlantik Ralley for Cruisers (ARC) absolvieren. Da wir jedoch zu dritt sind, erfüllen wir nicht die Teilnahmebedingungen, und fahren ausserhalb der Ralley.
Neben dem planen vom Kurs, kamen auch andere wichtige Fragen auf. Eine davon: was brauchen wir noch an Equipment, um die Reise sicher antreten zu können? Um alles notwendige zu besorgen sind wir letzes Wochenende auf die Boot Düsseldorf gefahren. Auf einer solchen Bootsmesse gibt es alles was man villeicht auf einer Reise benötigen könnte. Und auf unserer Einkaufsliste standen: Rettungswesten mit AIS-Sender, eine Rettungsinsel (die alte ist abgelaufen), Ölzeug für einen der Zwillinge, und jede Menge neue Kontakte. Nachdem wir am Freitag bei Freunden in der Nähe untergekommen sind, sind wir am Samstag auf die Messe gefahren. Nach einer anstrengenden suche nach einem Parkplatz, sind wir durch die Hallen geschlendert. Die Mädels haben sich an einem Rudersimulator ausgetobt und Ölzeug anprobiert. Danach wurden die Rettungswesten gesichtet. Nachdem auch noch eine Rettungsinsel gefunden wurde, ging es noch zu dem Stand von der Werft Pure, die mit einer Ihrer Yachten den European Yacht of the Year Award in ihrer Kategorie gewonnen hatten. Dank Jan von der Bank, einem der Mitarbeiter, wurden uns zuvor die Tickets gesponsert (Danke Jan!).
Nachdem wir noch eine weitere schöne Nacht bei unseren Freunden verbracht haben, ging es für uns wieder nach Hause, mit der Frage, was wir als nächstes zu erledigen haben. Wir freuen uns jedoch alle darauf, noch einmal gemeinsam die Segel setzen zu können, um den Horizont zu erkunden. Egal welchen
Handbreit – Wir
Nach langer Pause wieder da
fast 10 Jahre ist es her seit unserem letzten Blockeintrag… vieles hat sich geändert. Wir segeln nur noch zu dritt, Lydia und Sarah sind zuhause geblieben. Auch die Location hat sich geändert, wir segeln die kroatische Küste runter und vertreiben uns hier unsere Zeit. Momentan warten wir im Norden von Dugi Otok auf besseres Wetter, die Wettervorhersage gefällt uns nicht so wirklich. Da Anna und Laura ihre Ferien jedoch auch mit ihren Freundinnen verbringen wollen, fliegen sie von Split aus wieder nach Stuttgart, Christian wird die SALANA wieder nach Triest bringen, wo wir die letzten Jahre ein sehr gutes Winterlager entdeckt haben, in welches wir auch dieses Jahr wieder zurück wollen. Geschrieben wird jetzt hauptsächlich von den Zwillingen, die Interresse an Blogeinträgen u.ä. entwickelt haben. Sonst wird momentan viel gebadet und von Seite der Mädchen viel und lange geschlafen. Anna ist am Dienstag einen Teil der Segelstrecke (7nm) mit Pandarucksack (unserem Bananaboot) gesegelt, die große SALANA musste sich nur unter Genua anstrengen hinterher zu kommen :-). wir haben viel Spaß mit verschiedenen Spielen, die wir vor der Abreise gekauft haben, und ansonsten genießen wir es, aus dem Alltag raus zu sein und mal nichts tun zu müssen.
Dahoam
Liebe alle,
wir sind heute mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu Hause angekommen.
Zuhause erwartete uns ein Haus in Top-Zustand, DANKE an unsere lieben Nachbarn, die sich so herzlich um alles gekümmert haben. Da stand uns ein Tränchen im Auge – so kommt man gerne nach Hause.
Die Kinder haben sich über ihre Zimmer so sehr gefreut, dass sie alles innerhalb von Sekunden verwüstet haben – es sei ihnen gegönnt. Wir Eltern gönnen uns jetzt eine Mütze Schlaf.
Herzlich,
WIR
Fast weg
Liebe alle,
wir hängen kopfüber in Backskisten, wir waschen alles, was uns unter die Finger kommt, der Herd ist gerade ausgehängt zur Wartung…kurzum: Gemütlich ist anders.
Wir sind auf dem Weg nach Hause. Morgen wird SALANA aus dem Wasser gehoben, heute räumen wir noch alles aus, was wir entbehren können.
Wir lassen SALANA auf Terceira und kommen nächstes Jahr wieder, um – diesmal mit heilem Motor – die Azoren zu erkunden.
Wir freuen uns auf alles was da kommen wird,
Herzlich
Euer Team Manthey
PS: In der morgen erscheinenden Yacht-Zeitschrift (www.yacht.de) sind wir erwähnt! Also ran an die Hefte!


Fotos
Hallo alle Lieben,
wir sind in Terceira und finden alles toll. Unser Motor ist inzwischen zerlegt, ein guter Motor-Doktor kümmert sich um ihn.
Wir waren in einer Höhle unter einem Vulkan, wir haben auf Spielplätzen mit atemberaubender Aussicht getobt, wir haben fulminant gespeist – kurzum: Wir genießen unsere letzten 2 Wochen.
Hier ein paar Fotos, wir lassen von uns hören,
Herzlich WIR
Wir sind da – aber wo?
Liebe alle,
wir sind angekommen, aber nicht auf Sao Miguel. Nachdem eine anhaltende Flaute uns einen Tag lang auf einem Punkt festgehalten hat und keine Besserung in Sicht ist, haben wir uns mit viel Mühe nach Terceira getastet. Dort schlafen wir jetzt mal aus und dann überlegen wir weiter.
Bis dahin,
WIR
Obrigado Flores, auf nach Sao Miguel
Liebe alle,
unsere Zeit in Flores ist vorbei, wir wollen das bisschen Wind nutzen, um nach Sao Miguel zu treiben.
Unser Motor ist immer noch kaputt, für den Hafen haben wir aber einen unserer Aussenborder mit heissen 3PS an die Badeleiter geflanscht. Danke Roli für den Auslöser, das tatsächlich zu versuchen!
Flores war entzückend, auch hier werden – wie in Horta – die Hafenmauern für Malereien der Segler genutzt. Na wir natürlich mit viel Orange vorne dabei! Und wir haben Fisch geschenkt bekommen. So viel. dass wir ein paar Deutsch-Franzosen zum Essen eingeladen haben. Und dann hatten wir immer noch viel!
Das wird unsere letzte Segelei für lange Zeit werden. Wir melden uns in 3-4 Tagen aus Sao Miguel. Hoffentlich.
Herzlich, WIR
WIR SIND DAAAAA!
Liebe alle,
Nach 3 Wochen und 3 Stunden sind wir wohlbehalten auf Flores angekommen.
Christian und Lydia haben ein Resümee geschrieben. Die zwei Texte könnten unterschiedlicher nicht sein.
Die Highlights der beiden werden hier nun zusammengefasst. Ein Resümee vom Resymäh?
Für alle, die bereits ganz lieb nach dem Motor gefragt haben: Dieser Saubaddelhund soll schnell Meter machen!
Wahrscheinlich ist die Zylinderkopfdichtung kaputt. Und vielleicht noch einiges mehr, wir werden sehen. Wir haben uns von einem netten Franzosen gerade in den Hafen von Flores schleppen lassen, denn der Motor wollte nicht mal mehr starten. Die Kacke dampfelt gar sehr.
Was ist mit dem Autopiloten?
Nachdem wir den elektrischen Autopiloten mithilfe einer Kinderbohrmaschine ausgebaut und in seine Einzelteile zerlegt haben, schauten wir staunend auf die Leiterplatte und haben hier und da mal dran gerüttelt, aber da wir keinen offensichtlichen Fehler sehen konnten haben wir ihn wieder zusammengesetzt und siehe da, nach einigen Tagen Ruhe hat er dann in den Flauten wieder seinen Dienst getan.
Ob wir ausgeschlafen sind? Hier in Flores ist gerade Wind aus der ungünstigsten Richtung. Das heisst, dass Christian und Lydia letzte Nacht genauso unruhig geschlafen haben wie auf dem Atlantik. Zusätzlich musste Christian den Anker mit 60m Kette per Hand hochziehen, also nein, wir sind nicht ausgeschlafen. Wir sind müde!
Wie habt ihr die Wachen auf der Reise eingeteilt? Christian machte die Wache bis mitten in der Nacht (das konnte 01:00 heißen, aber manchmal auch 04:00). Danach machte Lydia den Rest bis zum Morgen. Frühstück machte Christian beim Wachwechsel.
Wie geht es den Kindern? Die Kinder sind erstaunlich. Sie wollen nicht an Land, nur wenn man sie mit einem Eis dorthin lockt. Sie wollen weiterhin Lego spielen, basteln und malen. Das Treiben an Land ist ihnen herzlich wurscht.
Wie geht das mit dem Trinkwasser an Bord? Wir haben einen Wassermacher, den wir aber seit Florida konserviert hatten. Unser Wassertank von 400l reichte tatsächlich bis zu den Azoren und wird auch noch ein paar Tage reichen. Wir sind sparsam, das haben wir in den letzten Monaten gelernt. Das Backup eines Wassermachers ist trotzdem immer schön zu wissen.
Was isst man auf Langfahrt? Fisch und Nudeln und Nudeln und Fisch und Reis und so.
Und mit Fantasie gibt es auch mal Reisauflauf nach österreichischer Art (mit Baiser-Decke) und dann mal wieder Nockerln oder Spätzle. Es hängt ganz vom Wetter ab. Und von der Stimmung. Oft reicht es einfach nur zu Keksen. Aber selten. Und ein Highlight sind immer wieder Pfannkuchen (manchmal a la Cirque de Soleil)
Begegnet man sich selbst auf so langer Strecke? Ja, tagtäglich, wenn wir unseren jüngeren Konterfeis in die Augen sehen.
Weitere Fragen werden gerne bald beantwortet. Bis dahin genießen wir die Sonne auf Flores. Denn bisher hat es hier nur geregnet und es war so kalt, dass wir SOCKEN brauchten!
Herzlich, WIR
Drei Wochen
Liebe alle, Wir sind nur noch ca. 100 Seemeilen von Flores entfernt. Wir eilen, wir fliegen! Wir sind seit drei Wochen unterwegs – wo sind die Tage geblieben? Uns war nie langweilig, im Gegenteil, wir hatten immer alle Haende voll zu tun, da uns wirklich alles moegliche um die Ohren geflogen ist. Unser Motor hat uns leider endgueltig in jeglicher Hinsicht im Stich gelassen. Wir verlassen uns nur noch auf unsere Segel. Uns kommt zugute, dass fast alle Haefen auf den Azoren problemlos unter Segeln anzulaufen sind. Aber ganz ehrlich: So ganz ohne Motor hat man schon ein flaues Gefuehl. Momentan allerdings segeln wir mit strammen 6 Knoten Durchschnitt in die richtige Richtung und es geht prima voran. Drueckt uns die Daumen, dass es auf den letzten Metern so bleibt. Die Ankunftszeremonie ist bereits in Planung. Es wird ein festliches Fruehstueck geben, dazu eine Uebergabe der Orden fuer die Kinder. Denn unsere drei Engel haben jede einen tollen Orden verdient. Und Christian hat sich so viel Schlaf verdient wie er moechte. Und Lydia freut sich schon auf den bereits im Kuehlschrank wartenden Champagner. Zur Info: Wir haben immer noch Aepfel, Eier, Kaese, Schinken. Wir darben nicht, im Gegenteil, durch den frischen Fisch, der sich alle zwei Tage auf die Angel verirrt speisen wir gar koeniglich. Trotzdem freuen wir uns aufs Ankommen! Melden uns bald, Herzlich WIR





































