Mirage-Logbuch

Wir aktualisieren das Logbuch in unregelmäßigen Abständen!
____________________________
<<     >>
20.07.2010:  Vielleicht doch ein Plan?


Hin und her, was tun. Sollen wir das Ziel Mallorca bis Ende August angehen oder besser nicht? Die Frage wird dringend, da die Mädls der Sternchenflotte gerne ihre Flüge buchen möchten und diese nicht günstiger werden.
Eine Törnplanung (wie ungewöhnlich!!!) ergibt das überraschende Ergebnis, dass dies gar nicht mal so unmöglich ist, wie es erscheint. Wenn wir ab morgen jeden Segeltag mit einer Strecke von ca. 50-70 Seemeilen einplanen, plus die beiden Langstrecken von Sizilien nach Sardinien (210sm) und von dort nach Mallorca (280sm) können wir uns jeden zweiten Tag einen Ruhetag gönnen und auch in Sizlien und Sardinien noch ein paar Tage verweilen. Nach dieser Planung würden wir sogar noch Zeit nach unserer Ankunft auf Mallorca haben.
Christian tut sich trotz der erfreulichen Planung schwer mit einem klaren "Ja". Die Gründe dafür sind ihm selbst nicht ganz klar. Vermutlich eine Mischung aus Gewohnheit aufgeben und auch die Unsicherheit, wie sich das Zusammenspiel an Bord ändern wird, wenn es nicht mehr egal ist, ob man 5 oder 50 Meilen am Tag segelt. Auf der anderen Seite, 2010 war immer die Abfahrt geplant. Schließlich hat Lydia das Schiff für eine Weltumsegelung gekauft und nicht für Kaffeefahrten in Kroatien. Die vergangenen Jahre haben wir konsequent dafür verwendet, das Schiff mit allem erdenklichen auszurüsten, was für eine Langfahrt notwendig ist. Vermutlich würden wir nie losfahren, wenn nicht jetzt – also LOS!
Nach dem Verlassen der Inselwelt stellt sich ein netter Abendwind ein und das Ziel wird von Rogocnica auf Vis geändert, damit ersegeln wir uns bereits einen Tag Vorsprung vor dem "Plan" ☺
Um für die kommenden Strecken gewappnet zu sein, baut Christian jetzt das neue UKW Funkgerät mit eingebautem AIS Empfänger und verkabelt auch das alte GPS wieder mit dem Bordnetz. Der neue Plotter wird ebenfalls provisorisch angeschlossen, um die Kartenarbeit zu erleichtern.
Die Nacht verläuft anders als geplant. Christian versucht zu schlafen, während Lydia Wache geht. Aus dem Schlaf wird jedoch nichts und so tauschen wir nach einer Weile. Der Wind nimmt stetig zu und am Ende rauschen wir mit 6-7 Knoten unter Blister durch die Nacht. Die Navigation am Eingang der Bucht wird zum Kinderspiel dank Plotter, Hafenhandbuch und ausgeschlafener Ly. Überraschenderweise ist die Pier bis auf den letzten Platz komplett voll und selbst auf dem Ankerplatz hängen bei allen Schiffen die Fender aussenbords, um einen möglichen Kontakt mit dem Nachbarn abzufedern.
Wir finden noch ein Plätzen für uns und werfen unseren Anker ganz nah zum Ufer. Dabei sollte erwähnt werden, dass für den Anker Lydia verantwortlich ist, seit der Rücken bei Christian nach dem ersten Ankermanöver in Veruda sich wieder schmerzlich gemeldet hat.
Wir schließen den Abend mit einem Breezer im Cockpit ab und verholen uns gegen 4 Uhr in die Kojen. Auch die letzten Partygänger sind mitlerweile nach Hause gegangen ☺ und nur der Wind pfeift sein leises Lied.

Wir sind nun offiziell auf Langfahrt. JA!

Alles Liebe,
Euer Team-Manthey
Sarah, Lydia & Christian

<<     >>
Zurück zur Übersicht